| Jehovas Zeugen |
In der Wachtturm-Literatur wird die Lehre
vertreten, daß Jehova auf der Erde eine sichtbare Organisation
habe. Diese Organisation findet man natürlich in Form von Jehovas
Zeugen wieder. Der nachfolgende Artikel schürft in der
Bibel und fragt einmal nach: Welche Organisation wird uns im Neuen
Testament vor Augen gestellt? Welche Auswirkungen hat das auf die
Wachtturm-Lehren?
Vorüberlegungen
Es wird jedoch, ein schmerzliches Versäumnis,
nicht in der Bibel nachgeschaut, welche Form der Organisation uns dort
tatsächlich vorgestellt wird. Dies ist um so überraschender,
als uns diese Lehre nicht irgendwo in einem nebensächlichen Verrs
behandelt wird, sondern immer wiederkehrt, als wenn es eine Grundlehre
gewesen ist...
Betrachten wir die Aussagen mal im Detail:
"Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber die Glieder nicht alle dieselbe Tätigkeit haben, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, einzeln aber Glieder untereinander." (Römer 12:4) Anschließend geht Paulus auf unterschiedliche Gaben ein, die einzelnen Angehörigen der Versammlung geschenkt sind.
"Wißt ihr nicht, daß eure Leiber Glieder Christi sind?" (1. Korinther 6:5)
"Denn wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind: so auch der Christus. Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. Wenn der Fuß spräche: Weil ich nicht Hand bin, gehöre ich nicht zum Leib: gehört er deswegen nicht zum Leib? Und wenn das Ohr spräche: Weil ich nicht Auge bin, gehöre ich nicht zum Leib: gehört es deswegen nicht zum Leib? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo wäre das Gehör? Wenn ganz Gehör, wo der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, jedes einzelne von ihnen am Leib, wie er wollte. "(1. Korinther 12:13-18) Die Bibelpassage geht noch weiter und erklärt, daß kein Glied zum anderen sagen kann, man brauche es nicht, daß es ehrbarere und unerbahrere Teile gibt, daß aber "keine Spaltung im Leib sei, sondern die Glieder dieselbe Sorge füreinander hätten" (1. Korinther 12:25)
"Und alles hat er seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, die sein Leib ist, die Fülle desse, der alles in allen erfüllt." (Epheser 1:23)
"Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten und andere als Evangelisten und andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi." (Epheser 4:12)
"Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde." (Kolosser 1:18)
Eigentlich spricht das Wort Gottes hier
schon für sich selbst. Offenkundig war diese Lehre in
den urchristlichen Gemeinden allgemein bekannt. Während Paulus
bei den Korinther noch etwa weiter ausholt und den Leib Christi mit viel
Liebe erklärt, braucht er bei anderen Gemeinden nur davon zu sprechen,
daß es so ist: Es gibt den einen Leib Christi, mit Christus
als dem Haupt. Spaltungen in diesem Leib soll es nicht geben.
In perfekter Harmonie mit der Aussage Jesu, daß man seine Jünger
daran erkennt, daß sie Liebe untereinander haben, sollen sich alle
füreinander sorgen und sich mit ihrer persönlichen Begabung
einbringen. Wie aber sieht die Situation heute aus?
Tragischerweise werden genau durch solche Haltungen die Spaltungen verursacht, die laut nächstem Vers doch vermieden werden sollten: "1. Kor. 1:10: Nun ermahne ich euch, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle übereinstimmend redet und daß keine Spaltungen unter euch seien, sondern daß ihr in demselben Sinn und Gedankengang fest verein sein mögt." (S. 324)
Wer ist denn Teil des Leibes Christi?
So muß die Frage lauten, nachdem wir
oben nachgewiesen haben, daß es sich um eine zentrale Lehre des Paulus
für die Organisation der Gemeinde handelt. Die biblisch
begründete Antwort: Jeder, der Christus als sein Haupt hat.
Unglücklicherweise waren sich die Christen in ihrer langen Geschichte
nicht immer so eins, wie sie es nach 1. Korintther 1:10 sein sollten.
Dadurch kam es zu verschiedenen Spaltungen, Wunden im Leib Christi.
Tatsächlich sind heute die Menschen, die Christus als ihr Haupt haben,
auf verschiedene Kirchen verteilt. Dabei gibt es allerdings weit
mehr als nur Einzelpersonen. Es gibt weltweit viele Gemeinden, die
aus lebendigen Gliedern am Leib Christi bestehen. Das Unterredungsbuch
suggeriert hier eine Situation, die keinesfalls der realen Welt entspricht.
Einheit kann nur dort entstehen, wo Menschen, die gemeinsam Christus als Haupt haben, erkennen, daß sie zu einem Leib gehören, die Spaltung überwinden, aufeinander zugehen. Leider ist dieser Weg nur gegen die Wachtturmgesellschaft möglich, die ihren Anhängern vorspiegelt, der andere Teil des Leibes Christi sei abgefallen. So ist es nicht möglich, daß alle Glieder des Leibes sich füreinander sorgen. So verhindert die Wachtturmgesellschaft, daß man Jesu Jünger wirklich daran erkennt, daß sie Liebe untereinander haben. Denn die Liebe - die wird für andere Zeugen Jehovas reserviert.
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